Mittwoch, Dezember 27, 2006

Morgens um 12


Morgens 12 Uhr der Hund muss raus zum pinkeln. Schnell die Klamotten von gestern abends angezogen, welche seit dem Discobesuch penetrant nach Zigarettenqual stinken. Schnell noch den MP3-Player in die Jackentasche gesteckt nachher muss man sich noch mit irgendwelchen anderen Hundebesitzern unterhalten wie toll es doch mit ihren Rex läuft. Also werden beide Ohren hinter einen Kopfhörer verstecken. Ein weiterer Vorteil hiervon ist das es im Winter schön warm an den Ohren bleibt und man kein scheiß Stirnband braucht.

Nun sind wir also nun draußen. Vor 10 Minuten lag ich noch in meinem schönen warmen Bett.
Es ist kalt draußen. Der Hund will nicht sein Haufen legen.
Also wird eine große Runde aus nur mal schnell pinkeln.

Kurzer hand entschließe ich mich dennoch nicht die ganz große Runde zu nehmen da ich mich noch den gestrigen Abend deutlich spüre. Ich gehe den nicht befestigten Schotterweg entlang. Links Felder und man kann weit in das Land hinein schauen, Rechts das Wohngebiet in dem man aus irgendeinem Grund jeden kennt.

Der Nachbar welcher mit einer Nagelschere seinen Englischen Golfrasen pflegt und hegt, die Nachbarin welche, ein mit einem Buch vertieft lesend die Tür öffnet. Das Ehepaar welches immer lieb und gut zu dir ist und dein Hund immer einen Knochen bekommen hat, aber jetzt sind sie leider verstorben und das Haus steht leer.

Die Vorzeige Familie in Vater , Mutter , Sohn. Mit dessen Sohn du in der Grundschule warst und damals hast du ihn immer verarscht und da er bessere Noten als du geschrieben hat, ihm von deinen Fäusten eine Kostprobe geschenkt hast.

Der alte Opa ,dessen Frau gestorben ist an Krebs oder so. Jetzt sitzt er im Rollstuhl und wenn du abends noch mal mit dem Hund gehst in seinem Fenster einen Pornofilm sehen kannst.

Irgendwie gibt mir diese Umgebung ein Heimatgefühl welches eine Art Geborgenheit vermittelt.

Ich mag es hier zu Leben.

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